Hegeringversammlung am 23.05.13 zum Thema bleifreie Büchsenmunition

Der vollgefüllte Saal im Gasthaus Sonnenhof in Kehl ließ die Brisanz dieses Themas erahnen. HRL Rainer Hempelmann lud Herrn Lars Backes der Fa. RUAG Ammotec GmbH zum Vortrag über den derzeitigen Stand der Entwicklung und Diskussion ein. Angeheizt durch die Meldungen von mit Blei kontaminiertem Wildbret ist die bleihaltige Munition bundesweit auf dem Prüfstand. Einige Bundesländer, sowie etliche Forstbehörden haben bereits jetzt schon bleihaltige Büchsenmunition in ihren Revieren verboten. Auch in Baden-Württemberg zeichnet sich ein solches Verbot ab, zumal bereits die Stadt Kehl ein Schreiben an ihre Pächter verschickt hat und die Nutzung bleifreier Munition fordert. Klare Erkenntnisse aus der derzeitigen Informationslage sind u.a., daß derzeitig verfügbare bleifreie Geschosse vermehrt zu Nachsuchen führen und deren Augenblickswirkung zu wünschen übrig läßt. Dies verstößt im Wesentlichen gegen die waidmännischen Grundlagen unseres Handwerks. Auch hinsichtlich der Gefährdung durch Abpraller sind die derzeit erhältlichen Geschosse nicht aus der Diskussion. Durch einen vermehrten Pflegaufwand und Verschleiß ist häufig die Lebensdauer und Funktionalität der bestehenden Waffen beeinträchtigt. Hierzu sind in der jagdlichen Presse etliche Artikel und Untersuchungen veröffentlicht worden. Fazit des Vortrages von Herrn Backes – die Industrie stellt sich auf ein bundesweites Verbot bleihaltiger Munition ein und arbeitet intensiv an der Entwicklung geeigneter Geschosse. Diese dürfen die Lebensdauer und Sicherheit der bestehenden Waffentechnik nicht beeinträchtigen. Die benannten jagdlichen Nachteile, wie vermehrte Nachsuchen, längere Fluchten und Gefährdung durch Abpraller müssen vermieden werden. Für den Gesetzgeber und den Verpächter kann das nur bedeuten, daß diese Nachteile erst beseitigt werden müssen, bevor man bedenkenlos den Umstieg auf bleifreie Munition anordnen kann.

Erstellt am 27.03.2014
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