Wie Fuchsjagd, Fasnet und Artenschutz zusammenhängen

Rebhuhn, Feldlerche und Kiebitz - Bodenbrüter werden immer weniger.
Dies wird bedingt durch massiven Lebensraumverlust und Fressfeinde.
Um dagegen vorzugehen handelt die Jägerschaft.

Erstellt am 12.02.2021

(Stuttgart, 12.02.2021) Zahlreiche Projekte und Beispiele für Lebensraumverbesserungen zeigen, wie sich die Jägerschaft für den Artenschutz einsetzt. Doch nur die Verbesserung des Lebensraums allein hilft nicht. Viele Bodenbrüter haben im Bestand in den letzten Jahrzehnten aufgrund der Lebensraumveränderungen stark abgenommen. Viele sind vom Aussterben bedroht. Je weniger es von Rebhuhn, Feldlerche oder Kiebitz gibt, umso stärker fällt der Verlust von Eiern und Küken durch Fressfeinde ins Gewicht. Der Bestand von anpassungsfähigen Arten, wie Fuchs, Marder, Marderhund, Mink oder Waschbär nimmt in den vergangenen Jahren immer mehr zu. Das wird zum Problem. Eine effektive Bejagung kann Abhilfe schaffen.

Fressfeind Nummer eins ist der Fuchs. Insbesondere in den Wintermonaten wird Jagd auf ihn gemacht, denn das Winterfell diente schon jeher als wärmende Kleidung. Somit wird nicht nur den Niederwildarten geholfen, sondern auch das Fell des Fuchses kann weiterverarbeitet und jahrelang genutzt werden. Es ist dazu noch umweltfreundlich, ganz im Gegensatz zu Faserpelz aus Rohöl und Chemie.

Außerdem, wer hätte das gedacht: Das wichtigste Signum der schwäbischalemannischen Narren, der Fuchsschwanz, tragen die baden-württembergischen Jäger zur Fasnet bei. Kaum eine Zunft ist nicht mit einem Fuchsschwanz versehen.

Die Natur reguliert sich selbst, heißt es oft, gerade, wenn es um Fuchsjagd geht. Ja, das tut sie, allerdings leben wir in einer vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaft. Bei einem zu hohen Fuchsbestand verbreiten sich beispielsweise Krankheiten wie Räude oder Staupe sehr schnell, an denen Reineke einen langsamen qualvollen Tod stirbt. Der Anblick ist definitiv kein schöner!

Hinzu kommt das Risiko, dass diese Krankheiten auch auf unsere Haustiere übertragen werden können. Bis es allerdings zu dieser Situation als „natürliche“ Regulation kommt, wird jede Menge gefressen. Ob Mäuse, Ratten oder Rebhuhnküken ist dem Fuchs dabei egal. Dem Rebhuhn und seinen gefiederten Bodenbrüter-Freunden nicht. Sie kämpfen um ihr Überleben.

Ein Tier, das durch einen sauberen Schuss erlegt wird, stirbt ohne Stress und Leid. Der Jäger kann im Anschluss das Fell selbst abziehen und es zum Gerber bringen oder er nutzt die Initiative Fellwechsel. Dabei kann er das Fell entweder zur Weiterverarbeitung spenden oder die Verarbeitung in Auftrag geben und bekommt später das fertige Fell.

Fakt ist, die Jagd auf Fressfeinde ist zum Schutze des Niederwildes und weiterer bedrohter Offenlandarten ein unverzichtbarer Bestandteil im Artenschutzmanagement und zusätzlich eines: Die nachhaltige Nutzung einer natürlichen Ressource.

Foto: Stolz tragen viele schwäbisch-alemannischen Fasnetsfiguren den Fuchsschwanz oder die Fuchslunte, wie der Jäger sagen würde, an der Maskenhaube. (Urheber: Hoss und Jauch)

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