Allianz fürs Niederwild - was bleibt im Januar?

Eine Bestandsaufnahme von Landwirten und Hegeringleiter Friedbert Lusch aus Legelshurst.

Wie sieht es in unseren Niederwildrevieren in der Rheinebene aus? Was ist übrig geblieben von den Äsung - und Deckungsflächen, die unter dem Aspekt der Allianz fürs Niederwild in 2020 bestellt und bewirtschaftet wurden?

Erstellt am 02.01.2021

Die Landschaft ist mittlerweile ausgeräumt, die Landwirte haben ihre Winterarbeiten im alten Jahr abgeschlossen. Die Frostgare kann die Ackerflächen fürs Frühjahr vorbereiten. Deckung - und Äsungsflächen sind größtenteils verschwunden. Das Rehwild stellt sich zu Sprüngen zusammen und zieht über die Wintergetreideflächen. Hase und Fasan ziehen sich in die wenigen Remisen, Büsche und Hecken zurück. Gut wer noch einige Miscantusflächen (Chinaschilf) im Revier aufweisen kann.
Bis zum Februar, dann werden auch diese Rückzugsgebiete größtenteils kleingehäckselt.

Ein paar Idealisten unter den Jägern gibt es aber immer noch. Sie haben für den Winter und fürs Frühjahr vorgesorgt. Die bestellten Flächen bleiben bis zum April/Mai als Deckung - und Äsungsflächen liegen. Hier zieht sich alles Niederwild zurück und wird als zeitweiliges "Wohnzimmer" von allen Wildarten gut angenommen. Das Wild ist dankbar und bleibt im Revier.

Die Mischungen, ob Fakt oder LJV, bieten auch den Landwirten eine angemessene Alternative zum
Mais - und Getreideanbau. Das Land fördert ausgewählte Mischungen mit 710 €/ha, sowie einer
Flächenprämie von 300 €/ha. Der Aufwand ist minimal. Die Saatgutkosten belaufen sich auf 40 – 50 €/ha und die Bestellungskosten der Fläche, die Anfang Mai anfallen sind gering. Pflanzenschutz und Düngung entfallen komplett. Bis Ende November bleibt die Fläche dem Wild überlassen, wer es mag auch bis zum nächsten Frühsommer. Schön wäre es, wenn sich mehr Revierleiter für eine längere Standzeit der Mischungen im Revier stark machen würden. Die Landwirte sind nicht abgeneigt und lassen oft mit sich reden, wenn man den Kontakt zu ihnen sucht und ein gutes Verhältnis zu ihnen aufbaut. Denn eines ist sicher: Ohne Einbeziehung und Zusammenarbeit mit den Landwirten, kann es ein gut funktionierendes und nachhaltiges Niederwildrevier niemals geben.

Die Bilder zeigen eine Fläche mit einjähriger Fakt Mischung. Vorfrucht Mais.
Aussaatzeitpunkt ca. 10. Mai. Aussaatmenge ca. 15kg/ha mit Beimischung von Waldstaudenroggen, der auf der Fläche am 1.1.21 schon gut bestockt hat. Er wird die Fläche im Frühjahr schließen und wertvollen Lebensraum bieten. Die Standzeit bleibt bis Anfang Mai, je nach Bedarf auch bis zum Spätjahr. Sie ist dann aber nur noch bedingt förderfähig. Als Ausgleich tut es dann auch manchmal ein gutes Stück Wildbret für den Küchentisch der Landwirte. Auch die Ölrettiche der Mischung wurden vom Wild gut angenommen und das Kraut ist völlig abgeäst.

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